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Vergleichsanalyse: Jeder Zweite im Westen vertraut Berichten über Russland nicht

Vergleichsanalyse: Jeder Zweite im Westen vertraut Berichten über Russland nicht
In führenden Staaten des Westens ist das Misstrauen gegenüber den Medien erstaunlich ausgeprägt – insbesondere, wenn es um Russland geht. Nach Expertenschätzungen haben die Gründe dafür weniger mit dem vermeintlichen oder tatsächlichen Russland zu tun.

Wenn über Russland berichtet wird, wird fast jeder zweite Einwohner Frankreichs, Deutschlands, Großbritanniens und der USA misstrauisch. Das geht aus Umfrageergebnissen hervor, die das französische Institut IFop im Auftrag der Nachrichtenagentur Sputnik in diesen Ländern durchführte.   

Die Befragten wurden gebeten, über die Objektivität der Massenmedien zu urteilen, wenn diese "russische Themen" behandeln. In den USA erklärten 43 der Befragten, den eigenen Medien nicht zu vertrauen. Im Großbritannien waren es 47 Prozent, in Deutschland 50 und in Frankreich 53 Prozent, die Zweifel an der Glaubwürdigkeit der journalistischen Informationen über Russland in ihren Ländern äußerten.   

In Frankreich sind es vor allem Menschen mit Hochschulabschluss (56 bis 59 Prozent), die häufiger als andere den in den Medien dargebotenen Informationen über Russland nicht vertrauen. Bezeichnend ist, dass die Medienskeptiker mehrheitlich im politischen rechten Spektrum beheimatet sind – 72 Prozent –, viele davon Wähler von François Fillon (70) und Marine Le Pen (56). Die Aufteilung nach Parteizugehörigkeit zeigt außerdem, dass Anhänger des Rassemblement National (früher Front National) nur um drei Prozent medienskeptischer sind als der Rest der Bürger, was die These, dass diese Partei "Putins Fünfte Kolonne" sei, widerlegt. Unter Macron-Wählern fanden sich 43 Prozent Skeptiker.

Vergleichsanalyse: Jeder Zweite im Westen vertraut Berichten über Russland nicht

In Deutschland sind die Bewohner Ostdeutschlands und Anhänger rechter politischer Ansichten misstrauischer gegenüber den Medien. So erklärten beispielsweise 64 Prozent der Menschen, die sich dem rechten politischen Spektrum zurechnen, dass die deutschen Medien nicht objektiv über Russland berichteten. Unten den "Linken" sind es 54 Prozent.

Die Umfrage zeigt auch, dass es in Frankreich und Deutschland vor allem jüngere Menschen sind, die die Medien als nicht objektiv betrachten. So waren 58 Prozent der befragten Franzosen, die den Medien nicht vertrauen, jünger als 35 Jahre. Bei Menschen über 35 Jahren sind es 51 Prozent. In Großbritannien und den USA ist die Situation umgekehrt – es sind Menschen über 35, die bei der Berichterstattung über "russische Themen" zu Skepsis neigen.

Der Vollmond geht hinter einem der Türme des Kreml-Gebäudes auf, dem Amtssitz des russischen Präsidenten.

In den USA hängt das Vertrauen gegenüber Medien von mehreren Faktoren ab. Amerikaner mit höherem Einkommen zweifeln öfter als die anderen an der Glaubwürdigkeit der Russlandberichte. Unter Weißen sind es 45 Prozent, unter den Farbigen 31 Prozent. Die gleiche Tendenz lässt sich beim Vergleich von Protestanten und Katholiken, Republikanern und Demokraten feststellen – Protestanten und Republikaner sind dabei skeptischer. In Großbritannien sind solche Tendenzen weniger auffällig. Menschen aus dem Süden des Landes und aus der Hauptstadt London stellen jedoch häufiger eine Voreingenommenheit gegenüber Russland fest.   

Die Befragung wurde zwischen dem 9. und 20. August durchgeführt. An der repräsentativen Umfrage nahmen 4.033 Personen (1.003 bis 1.013 pro Land) teil. Die Fehlerquote liegt bei maximal 3,1 Prozent.

Der russische Politologe Wladimir Kirejew sagte gegenüberRadio Sputnik, dass bei den westlichen Bürgern neben dem Vertrauen in die Medien auch das Vertrauen in die Politik ihrer Regierungen insgesamt sinke. Die Ergebnisse dieser Befragung seien symptomatisch und ziemlich bedeutend:

Weil Russland ein großes Land ist, das große Bedeutung für Fragen der Sicherheit und der wirtschaftlichen Entwicklung ebenjener EU hat. Und gegen dieses Land wird ständig eine verlogene Politik geführt, die mit Desinformation der Bürger einhergeht. Und viele Bürger – auch wenn sie vielleicht keine eindeutige Meinung zu Russland haben –, haben trotzdem verstanden, dass ihre Interessen verletzt werden und die Informationen zum Zweck des Erhalts der existierenden politischen Systems verzerrt werden", sagte der Experte.

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